Digitale Abfallwirtschaft: Systeme vernetzen

Digitale Abfallwirtschaft: Warum vernetzte Systeme mehr bringen als einzelne Lösungen

Digitale Lösungen unterstützen viele Abläufe in der Abfallwirtschaft. Insbesondere bei der Abfallsammlung erfassen sie dabei wertvolle Daten. Deren volles Potenzial bleibt aber häufig ungenutzt. Das Problem: Die Systeme arbeiten getrennt voneinander, ihre Informationen bleiben isoliert. Erst wenn die einzelnen Technologien zu einer aufeinander abgestimmten Gesamtlösung verbunden und ihre Daten miteinander verknüpft werden, kann der gesamte Mehrwert der erfassten Informationen genutzt werden. Dann können Leistungen nachvollziehbar dokumentiert, kommende Einsätze besser geplant und Abläufe gezielt optimiert werden.

Automatisch Erfolgreich

Der Technikpodcast von MOBA

Welche Daten bei der Abfallsammlung entstehen

Eine digitale Prozesskette beginnt in der Regel direkt dort, wo die kommunale Leistung erbracht wird: am Fahrzeug bzw. am Behälter. Dabei übernehmen verschiedene Systeme unterschiedliche Aufgaben. Mithilfe von Identifikationssystemen lässt sich beispielsweise eindeutig feststellen, welcher Abfallbehälter gerade geleert wird. Über die hinterlegte Zuordnung lässt sich nachvollziehen, welchem Kunden oder Grundstück der Behälter zugeordnet ist. Mobile Wiegesysteme erfassen zusätzlich das Gewicht – je nach System dynamisch während des Hubvorgangs oder statisch im Stillstand. Und Systeme zur Störstofferkennung können Hinweise auf Materialien liefern, die nicht in die jeweilige Abfallfraktion gehören.


Jedes dieser Systeme liefert wichtige Informationen. Ein vollständigeres Bild entsteht aber erst, wenn die Daten miteinander verknüpft werden: Welcher oder wessen Behälter wurde geleert, wie viel Abfall enthielt er und wurde etwas unsachgemäß entsorgt?


Damit die Informationen gemeinsam genutzt werden können, braucht es eine Softwarelösung, die die Daten aus den angebundenen Systemen zusammenführt und mit den hinterlegten Behälter- und Kundendaten verknüpft. MAWIS.U2 ermöglicht es beispielsweise, Leerungen, Gewichtswerte und mögliche Auffälligkeiten zentral zu verwalten und auszuwerten. Dokumentierte Leerungen, Gewichte und Ereignisse schaffen nachvollziehbare Leistungsnachweise und erleichtern die Bearbeitung von Reklamationen oder Serviceanfragen. Gleichzeitig reduziert die zentrale Datenhaltung die Suche nach Informationen in verschiedenen Anwendungen.

Wie vernetzte Daten die Tourenplanung unterstützen

Noch mehr lässt sich aus den Daten gewinnen, wenn die Software auch die Einsatzplanung unterstützt: Mit MAWIS.U2 werden beispielsweise die dokumentierten Leerungen auch zur Grundlage für die Planung kommender Touren. Behälterstandorte und Entsorgungsgebiete bilden dabei die Basis für digitale Tourenmodelle. Werden Betriebsdaten und Einsatzplanung miteinander verknüpft, lassen sich Fahrzeuge und Personal bedarfsgerechter einsetzen. Die erstellten Tagestouren werden anschließend an die angebundenen Bordcomputer der Einsatzfahrzeuge übertragen.

Informationen aus dem Betrieb helfen zusätzlich, geplante und tatsächlich gefahrene Touren zu vergleichen und Anpassungsbedarf zu erkennen. So liefern die dokumentierten Einsätze Hinweise, wie sich kommende Touren besser organisieren lassen.

Bei geeigneten Sammelsystemen, etwa öffentlich zugänglichen Containern, können Füllstandssensoren die Planung zusätzlich am aktuellen Leerungsbedarf ausrichten. Sie erfassen den Füllstand und übermitteln die Messwerte an die Software. Zusammen mit den weiteren Planungsdaten lässt sich so bestimmen, welche Behälter angefahren werden sollen.

MAWIS: Eine Plattform für die digitale Abfallwirtschaft

Je mehr Aufgaben auf die erfassten Daten zugreifen, desto wichtiger wird das Zusammenspiel der Systeme. Denn der eigentliche Mehrwert entsteht dabei nicht durch einzelne Technologien, sondern durch ihre Vernetzung. Eine Gesamtlösung wie MAWIS, deren Komponenten bereits aufeinander abgestimmt sind, kann die Integration erleichtern und den Aufwand bei späteren Erweiterungen reduzieren.

Die Plattform verbindet die Technik zur Datenerfassung mit der Software für Dokumentation, Auswertung und Planung. Dazu gehören MAWIS.IDENT zur Behälteridentifikation, MAWIS.WEIGHING zur Gewichtserfassung, MAWIS.AI VIEW zur KI-gestützten Störstofferkennung und MAWIS.SMARTBIN für Füllstandsmessung und Zugangskontrolle. In der zentralen Software MAWIS.U2 laufen die Informationen zusammen. Mobile Anwendungen ermöglichen zudem die digitale Erfassung weiterer Leistungen direkt vor Ort.

Damit bietet MOBA die wesentlichen Bausteine entlang der digitalen Prozesskette aus einer Hand – einschließlich ihrer Vernetzung. Welche davon zum Einsatz kommen, richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Entsorgungsunternehmens oder der Kommune. Über entsprechende Schnittstellen lassen sich auch bestehende Systeme anderer Anbieter einbinden.

Auch Straßenreinigung und Winterdienst digital organisieren

Viele der zugrunde liegenden Aufgaben sind nicht ausschließlich in der Abfallwirtschaft relevant. Auch bei anderen kommunalen Dienstleistungen stellt sich die gleiche grundlegende Frage: Wie lässt sich nachvollziehbar erfassen, welche Leistung wann, wo und mit welchem Fahrzeug erbracht wurde?

Die Plattform ist deshalb nicht auf die Abfalllogistik beschränkt. Auch bei Straßenreinigung und Winterdienst müssen Einsätze geplant und erbrachte Leistungen nachvollziehbar dokumentiert werden. MAWIS.U2 unterstützt diese Aufgaben ebenfalls. So lassen sich verschiedene kommunale Dienstleistungen innerhalb derselben Plattform organisieren.

Das volle Potenzial liegt im Zusammenspiel

Ob Behälteridentifikation, mobile Wägetechnik, Störstofferkennung oder Tourenplanung: Jede dieser Technologien kann einzelne Abläufe verbessern. Ihr volles Potenzial entfalten sie jedoch erst, wenn die erfassten Informationen systemübergreifend genutzt werden.

Erfassen – Dokumentieren – Optimieren beschreibt diesen Weg: Daten werden dort erfasst, wo die Arbeit stattfindet, zentral zusammengeführt und für Nachweise, Planung und Steuerung genutzt. Entscheidend ist damit nicht allein, welche Technik eingesetzt wird, sondern wie gut sie im Arbeitsalltag zusammenspielt.

Diesen Beitrag auf Social Media teilen

Facebook
LinkedIn
Social Media Bild
Instagram Reel